Von Liebe und Sehnsucht eines Träumers
Die Schamesröte steht ihm im Gesicht,
Sein Wunsch ist groß, man sähe es nicht
Und da er nur, von Einsamkeit umhüllt,
Den Raum mit seinem Schweigen füllt,
Wird niemand die Verlegenheit entdecken,
Oder gar seinen Zustand mit Spott beflecken
Und trotz des Inneren peinliches Gewühl,
Ist die Liebe doch das schönste Gefühl
Und so zeigt sich strahlend, vom Glück geboren,
Ein breites Lächeln bis zu beiden Ohren.
Durch das harte Schicksal von seiner Liebsten entzweit,
Sitzt er träumend nun in der Dunkelheit
Uund zwischen Liebesromanen, Romanzen und Dramen,
Die durch Ähnlichkeit seine Gefühle umrahmen,
Stiert er gedankenverloren in die Finsternis,
Auf einen Punkt, der für keinen sichtbar ist
Und wo sich doch so viel zu ereignen scheint,
Wo das Leben ihn wieder mit ihr vereint
Und die Welt, nur noch von Schönheit geprägt,
Den Frohsinn auf ihren Schultern trägt.
Sich an den Stunden der Zärtlichkeit labend,
Freudevoll in der schönen Erinnerung grabend,
Wird die Realität in Vergessenheit gehüllt
Und in seinen Augen, vom Glanze erfüllt,
Sieht man nun auch der Traurigkeit erste Zeichen,
Langsam beginnt der Traum zu weichen
Und die kalte Wirklichkeit ihn zum Weinen drängt,
Sich die Träne des Kummers mit der der Freude vermengt
Und wird er auch niemals von dieser Trauer genesen,
So ist er doch der Erde glücklichstes Wesen.
Ein langer Seufzer, der Sehnsuch entsprungen,
Entweicht erlösend seinen gepressten Lungen
Und die der flackernden Kerze entsprungenen Schatten,
Ähnlich wie die im Schiffsbug hängenden Matten,
Die von mächtigen Stürmen hin- und hergerüttelt
Und von peitschenden Wogen durchgeschüttelt,
Huschen, als Boten der Leidenschaft so wild,
Über das mit edler Schönheit geschmückte Bild,
Das sich das Göttliche von seiner Geliebten leiht
Und die Wände von deren Kahlheit befreit.
Nach einsamen Stunden in der Stille verharrend,
Von der Trennung gequält, auf ihr Ebenbild starrend,
Kehrt auch das Lächeln zu ihm zurück
Und vor Wonne schwankend, im Taumel des Glück',
Sehnt er sich auf den kommenden Tag,
Den nur mit äußerster Kraft er zu erreichen vermag
Und mit tiefen Augen von der Schlaflosigkeit gezehrt,
Durch schmerzende Wunden des Alleinseins versehrt,
Kann doch keinerlei Pein sein Gemüte unterjochen
Und die innige Liebe bleibt auf ewig ungebrochen.
Von Zuneigung erfaßt und vor Seligkeit sprühend,
Errötet er erneut, wie ein Feuer so glühend
Und mit der Macht, die den Liebenden gegeben,
Um gegen die dunkelsten Kräfte anzustreben,
Verrint die Zeit, die ihm die Qual bereitet,
Wo die traurige Stille mit seinen Gefühlen streitet
Und nur der ersehnte Augenblick verbleibt,
Der ihn in die Arme der Begehrten treibt
Und das Beisammensein, als des Trübsinn Hohn,
Dem leidigen Warten wird zum freudigen Lohn. |